Erste-Hilfe-Kasten für Hunde – gute Vorbereitung ist alles 

Erste-Hilfe-Kasten für Hunde – gute Vorbereitung ist alles 

25/10/2019

Gastblog von Hug A Pet - tierarzt hausbesuche: 

Wenn sich ein Hund verletzt, ist meist kein Tierarzt zur Stelle. Zur schnellen und fachgerechten Versorgung am Unfallort benötigt man als Hundehalter Grundkenntnisse in Erster Hilfe und einen sinnvoll bestückten Erste-Hilfe-Kasten für Hunde. 

Ein gutes Mensch-Hund-Team erlebt viele bunte und aufregende Abenteuer. Doch ein Hund begleitet seinen Menschen nicht nur auf Schritt und Tritt, er geht auch eigene Wege. Dabei bleiben im Laufe eines Hundelebens kleinere Verletzungen nicht aus. Schnittwunden durch Glasscherben, Insektenstiche und kleinere und größere Kratzer gehören zum Alltag eines aktiven Hundelebens. Da solche kleineren Blessuren nicht wirklich vermieden werden können, sollte man als Hundebesitzer vorsorgen. Schon mit einem Welpen oder Junghund können Sie bestimmte Verhaltensweisen trainieren, die später einmal – entweder für Sie selbst oder auf jeden Fall für den Tierarzt – sehr nützlich sein werden. 

Ein Hund der trotz einer Verletzung „mitspielt“, sich also untersuchen lässt, der daran gewöhnt ist, dass ihm jemand in die Ohren schaut oder ins Maul fasst, ist für alle Beteiligten – also für Sie selbst, den Tierarzt oder Arzthelfer – viel leichter und auch schneller zu behandeln. Hinzu kommt, und das ist aus psychologischer Sicht nicht zu unterschätzen: Gut vorbereitete Hunde sind in einer an sich für sie belastenden Situation (Unfall, Besuch beim Tierarzt) viel weniger oder gar nicht gestresst, was sich positiv auf ihr Immunsystem auswirkt und damit die Heilung begünstigen kann. 

In Notsituationen richtig handeln

Hitzschlag oder Erschöpfung: Begeben Sie sich direkt zu einer Tierklinik. Benetzen Sie unterwegs den Körper Ihres Haustieres mit kühlem Wasser oder wickeln Sie das Tier locker in ein feuchtes Handtuch ein.

Augenverletzungen: Behandeln Sie alle Augenverletzungen, indem Sie den freiliegenden Augapfel mit Wasser benetzen und ihn zart mit leichtem Druck bedecken, um gegebenenfalls eine Blutung zu stoppen. Augenverletzungen müssen sofort behandelt werden.

Diabetes: Wenn bei Ihrem Hund Diabetes mellitus diagnostiziert wurde und er gerade eine Blutzuckerkrise hat (aber bei Bewusstsein ist), träufeln Sie ihm fortlaufend gesüßtes Wasser oder Honig auf seine Zunge, bis Sie den Tierarzt erreichen können und der Blutzuckerspiegel gemessen werden kann.

Krämpfe: Treten noch so kurze Krämpfe auf, rufen Sie bei Ihrem Tierarzt an, der Ihnen mitteilt, ob Sie Ihren Hund vorbeibringen und die potenziellen Risiken der Fahrt zur Praxis eingehen sollten. Über eine Minute langanhaltende oder wiederholt auftretende kurze Krämpfe stellen einen medizinischen Notfall dar und müssen sofort behandelt werden.

Input für den Erste-Hilfe-Kasten

Pfotenverband: Mit Watte, Mullbinde, Zellstoff, Haftverband, Klebeband und einem „Walker“ zum Schutz vor Schmutz und Nässe haben Sie alles für eine pfotengerechte Grundversorgung. Tipp: Der „Walker“ ist nur für Draußen. Nehmen Sie ihn in der Wohnung ab, damit ausreichend Luft an die Wunde kommt. 

Salben: Calendula ist eine Wund- und Heilsalbe, mit der sich raue Stellen (wie z.B. Liegestellen) und Wunden, die sich bereits geschlossen haben, behandeln lassen. Betaisodona (als Lotion oder Salbe erhältlich) eignet sich zum Desinfizieren von frischen Wunden. 

Rescue Remedy: Das auch als „Notfalltropfen“ bekannte Kombinationspräparat aus 5 von 38 Essenzen der Bach-Blütentherapie soll als Katalysator auf physischer und psychischer Ebene wirken. Die Tropfen harmonisieren, beugen Krankheiten vor und aktivieren die Selbstheilungskräfte. Anwendungsbereich: Die Notfalltropfen können sowohl vorbeugend wie auch in akuten Situationen eingesetzt werden (z.B. nach einem Unfall, Schock oder vor der Fahrt zum Tierarzt), denn sie wirken beruhigend und harmonisierend. Sie sind ein Erste-Hilfe-Mittel in allen belastenden Situationen. 

Traumeel: Es geschieht immer wieder: Ihr Hund tobt durchs Unterholz oder tritt beim Spielen mit anderen Hunden in eine Bodenvertiefung oder ein Loch, und schon ist die Pfote verstaucht oder gezerrt. In diesem Fall eignen sich Traumeel-Tabletten. 

Euphrasia: Egal ob Sandkörner, Schmutzteilchen oder Grassamen – schon kleinste Partikel können am Auge des Hundes Irritationen auslösen. Sichtbare Fremdkörper können Sie vorsichtig mit einem angefeuchteten Tuch entfernen. Wischen Sie bei geschlossenem Auge zart und äußerst vorsichtig vom äußeren Augenwinkel Richtung Nase. Sind Sie unsicher, gehen Sie jedoch besser gleich zum Tierarzt. 

Nützliche Helfer: Fieberthermometer, Zeckenzange und eine kleine Taschenlampe können hilfreiche Dienste leisten. Die Verbreitung von Zecken hat in den letzten Jahren rapide zugenommen. Hat sich einer dieser Blutsauger an Ihrem Hund festgebissen, hilft die Zeckenzange. Geübte Hände können die Zecke auch ohne Zange, also mit den Fingern ziehen. Das ist aber nicht jedermanns Sache. Wichtig: Nach dem Ziehen der Zecke die Stelle desinfizieren). Die Taschenlampe benötigen Sie für den Blick ins Ohr. Auch das Fieberthermometer sollte in keinem Hundehaushalt fehlen. Üben Sie das Fiebermessen in entspannten Situationen, damit es Ihren Hund in Notfallsituationen nicht unnötig stresst.  

Schere und Kanülen: Einmalspritzen brauchen Sie zur Verabreichung von Flüssigkeiten (wie z.B. Notfalltropfen), Tropfkanülen zum Ausspülen von Wunden. Die vorn abgerundete Verbandsschere, die Krallenzange und die Pinzette sind obligatorisch. 

Maulkorb: Auch wenn Ihr Hund noch so friedlich ist: Im Falle eines Schocks oder einer Verletzung kann er anders reagieren: Ein Synthetik-Maulkorb ist weich und hilft, jedes unnötige Risiko zu vermeiden.

Immer parat

Und nicht zu vergessen: Bereiten Sie einen kleinen Zettel Papier mit der Nummer Ihres Tierarztes darauf vor oder kontaktieren Sie unseren Partner von HUG A PET - tierarzt haubesuche. Dieser bringt qualifizierte Tierärzte bequem und stressfrei zu Ihnen nach Hause.